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FTA


Am Anfang war die Schildkröte.

So könnte die kurze Geschichte von FTA beginnen.

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Ganz so war es natürlich nicht.

Am Anfang stand der Krieg der NATO-Staaten gegen Jugoslawien. In dieser Zeit entstand die Idee, den Kolleg/innen aus der Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen e.V (VDJ), die in ihren täglichen Jobs mit ebenso täglicher Zeitnot leben, gelegentlich die eine oder andere Lesetips zukommen zu lassen, die sie gegebenenfalls lokal zur Friedensarbeit verwenden könnten. Oder die sie einfach auch nur zur Kenntnis nehmen und im passiven Gedächtnis sacken lassen konnten. Auch wenn das Echo positiv war: nach Kriegsende war sprichwörtlich "die Luft heraus". Die unregelmäßig ein- bis zweimal die Woche erscheinenden Lesetips - häufig mit dem Kürzel "YU" fanden ein Ende.

Die Renaissance begann nach den Anschlägen vom 11. September 2001, dem ElftenNeunten.

Am 21.9.2001 machte eine Aussendung mit dem Kürzel NYC die Runde. Sie hatte als einzigen Inhalt einen Offenen Brief von sieben europäischen Bürgerrechtsorganisationen (privacy international, CCC, quintessenz u.a.) an den EU-Ministerrat. Er warnte vor einem Abbau von Bürgerrechten im Namen des Kampfes gegen Terror: "Terror und Überwachung sind Geschwister. Es darf nicht sein, dass uns der Terror die Freiheit nimmt". Der Kreis der Adressat/innen erweiterte sich um diverse Menschen aus der Friedensbewegung. Gleichzeitig änderte sich der Charakter der Lesetipps: sie waren - auf die erweiterte Zielgruppe abgestellt - in der Thematik breiter geworden.

Kurze Zeit später wurde das Kürzel "NYC" aus aktuellem Anlaß durch "Afghanistan-Krieg" ersetzt. Als abzusehen war, daß die USA unter stillschweigender Duldung und auch Mitwirkung der berüchtigten "Internationalen Staatengemeinschaft" den Kurs Richtung permanentem Krieg - manche sprechen angesichts der Nachhaltigkeit und der Dauer bereits vom Dritten Weltkrieg - nehmen werden, erschien auch diese Kürzel als nicht mehr tauglich. Es mußte etwas Neues her, gleichzeitig prägnant und kurz.

Außerdem sollte die Aussendung und Adressenpflege beschleunigt werden. Die meisten FTA-Mails entstehen kurz vor Morgengrauen zwischen Frühstück und Arbeitsbeginn. Es lag nahe, FTA einem Newsletter-Server anzuvertrauen.

Und jetzt kommt die Schíldkröte ins Spiel. Sie klebt am Auto. Die Autos wechselten, die Schildkröte blieb. Sie verkündete als ganz schlicht und unmißverständlich, was man ihrer Ansicht nach mit der Army könne. Und diese kurze politische Botschaft aus den Zeiten des Vietnam-Krieges bringt die Schildkröte unnachahmlich humorvoll auf den Punkt. Etwas Humor, der auch durchaus bitter sein kann, versucht auch FTA zu verbreiten.

Das lebensbejahende "Fuck the Army" der Schildkröte gab die neue und seither dauerhafte Abkürzung vor. Es mußte auch noch ein gutbürgerlich klingendes Pendant gefunden werden, da nicht jeder Friedliebende Gefallen an jenem 4–Buchstaben–Wort hat.

"F" für "Frieden" - einleuchtend
"T" für Frieden "treiben" - Frieden braucht Treiber wie der Krieg
"A" für "Agentur" - der Newsletter steht für Wissensvermittlung

So erblickte am 1. April 2002 FTA das Licht der Mail-Welt.


FTA steht für FriedensTreiberAgentur.
FTA
steht aber auch für das "traditionelle" Fuck the Army!



FTA ist inzwischen ist keine reine "Ich-AG" mehr, Lesetipps flattern mit schöner Regelmäßigkeit auch von anderen Menschen zu. Wer mithelfen will, ist herzlich willkommen. Kleine Mail reicht, auch ohne Betreff (um Zeit zu sparen). Hilfreiche Menschen werden lediglich mit dem Initial des Vornamens genannt (oder auf Wunsch gänzlich unerwähnt bleiben).

Schleichende Werbung:
Wer Gefallen an der Schildkröte findet, kann sie im Internet erwerben, zum Beispiel bei der Felix-Fechenbach-Kooperative in Lage. Dort stöberte ich sie kürzlich erst auf. Die Kooperative biete auch viele andere nützliche Sachen aus einem breiten politischen Spektrum an. Einfach mal vorbeischauen.

 

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